Projektierungskurs
2016

Astaxanthin, mit der Summenformel C40H52O4, ist ein Terpen und gehört zur Xanthophyll-Klasse der Carotinoiden, d.h. zu den sauerstoffhaltigen Derivaten von Carotinoiden. Es ist als Lebensmittelzusatzstoff (E161) zertifiziert. Zugabe von Astaxanthin zum Futter von in Gefangenschaft gehaltenen Lachsen führt z.B. zur gleichen Farbe des Lachsfilets wie beim wilden Lachs. Carotinoide stellen aber auch potente Radikalfänger reaktiver Sauerstoffspezies dar, die infolge oxidativen Stresses im Organismus gebildet werden, und fungieren als effektive Antioxidantien oder Substanzen mit antiinflammatorischer Wirkung. Um einen gesundheitsfördernden Effekt hervorzurufen, müssen Carotinoide wie Astaxanthin über Nahrung aufgenommen werden, da sie vom Menschen de novo nicht synthetisiert werden können. Allerdings ist mit der Aufnahme über Nahrungsmittel die wünschenswerte Zufuhr an Astaxanthin nicht zu erreichen. Aus diesem Grund wird vorgeschlagen Astaxanthin als sog. Nutraceutical - als Nahrungsergänzungsstoff - dem Körper zuzuführen.

Für die Anwendung im Bereich der Nutraceuticals ist ein hoher Bedarf der industriellen Produktion von Astaxanthin gegeben. Die kommerzielle Herstellung kann prinzipiell über den Weg der chemischen Synthese und der biotechnologischen Route mit mikrobiellen Produktionsverfahren bzw. unter Nutzung von Algen erfolgen.

Im Rahmen des Projektierungskurses soll Astaxanthin nach den genannten Routen im industriellen Maßstab hergestellt werden. Hierfür sind Verfahrenskonzepte zu entwickeln, Apparate auszulegen und die Herstellungskosten zu ermitteln. Dies schließt auch die Energieversorgung der Anlagen und die Reststoffverwertung ein. Dem Wasser- als auch dem Kohlenstoffdioxid-Foot-Print der Anlagen ist eine besondere Aufmerksamkeit zu widmen. Beide Kennzahlen sollen minimiert werden. Die drei Herstellungsrouten sollen gegenübergestellt und bewertet werden. Die Betrachtung ist für eine Kapazität von 1.000 t/a durchzuführen.